Die weltweite Lebensmittelproduktion macht etwa ein Drittel der menschengemachten Treibhausgasemissionen aus. In der EU verursacht das gesamte Ernährungssystem – von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum Konsum – schätzungsweise rund 30 bis 40% der Treibhausgasemissionen. Somit trägt unser Essverhalten maßgeblich zum Gesamtausstoß an Treibhausgasen und zur Erderwärmung bei.
Wohlhabende Industrieländer wie Deutschland und Frankreich schneiden im internationalen Vergleich trotz ihrer vergleichsweisen kleinen Bevölkerungszahl beim ökologischen Fußabdruck der Ernährung eher schlecht ab.
Fleischkonsum
Der Großteil der Emissionen (57%) wird bei der Produktion tierischer Lebensmittel erzeugt. 29% entstehen bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Die übrigen 14% entfallen auf Agrarprodukte mit anderweitiger Nutzung (non-food).
Weltweit zählt Frankreich zu den Bevölkerungsgruppen, die am meisten Fleisch konsumieren. Mit 85,7 kg pro Person (2024) wird hier doppelt so viel Fleisch verzehrt wie im weltweiten Durchschnitt. Der Pro-Kopf- Verzehr bleibt allerdings seit einigen Jahren konstant.
In Deutschland zeichnet sich ein Trend hin zu einem geringeren Fleischkonsum ab: Im Jahr 2024 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 53,5 kg, während er 2020 noch bei 57,8 kg lag.
Eine der wirksamsten Maßnahmen, den Fußabdruck der Ernährung wesentlich zu reduzieren, ist weniger Fleisch zu essen. Noch wirksamer ist es, wenn vollständig auf tierische Produkte verzichtet wird – da beispielsweise auch die Herstellung von Milchprodukten erhebliche Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen hat.
In Deutschland und Frankreich verzichten u.a. aus diesem Grund immer mehr Menschen auf Fleisch. Deutschland gehört weltweit zu den führenden Ländern bei der Einführung neuer veganer Produkte. Unternehmen, die sich im Bereich der Fleischersatzprodukte spezialisiert haben, tragen maßgeblich dazu bei, die Bevölkerung dazu zu bewegen, ihre Essgewohnheiten zu überdenken. Aber auch in Frankreich findet ein Umdenken statt: 53 % der Bevölkerung angeben, ihren Fleischkonsum in den letzten drei Jahren reduziert zu haben.
Ökologische Landwirtschaft
Die ökologische Landwirtschaft ist in vielen Bereichen umwelt-, und häufig auch klimafreundlicher als die konventionelle Landwirtschaft. Sie verursacht zudem geringere Emissionen besonders klimaschädlicher Treibhausgase Methan oder Distickstoffoxid (Lachgas).
Frankreich und Deutschland haben sich verpflichtet, im Rahmen des „Green Deals“ der EU die nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, doch über die Produktion hinaus ist es interessant, die Trends beim Konsum von Bio-Produkten in beiden Ländern zu vergleichen. Im Jahr 2025 machten diese im Durchschnitt 5,8 % des gesamten Lebensmittelverbrauchs der Haushalte in Frankreich aus, gegenüber 6,5 % in Deutschland. In beiden Fällen handelt es sich um einen Anstieg gegenüber 2024 nach einer Phase der Stagnation oder sogar des Rückgangs.
Lebensmittelverschwendung
Rund ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel geht entlang der Wertschöpfungskette verloren oder wird verschwendet. Im Jahr 2023 beliefen sich laut Eurostat die Lebensmittelabfälle pro Einwohner in Frankreich auf durchschnittlich 142 kg und in Deutschland auf 131 kg. Dies ist jedoch nur ein Teil der Gesamtverluste, die sich auf die Produktion, die Verarbeitung, den Vertrieb, die Außer-Haus-Verpflegung und den Verbrauch zu Hause verteilen.
Nachhaltig einkaufen
Zu den negativen Auswirkungen der Lebensmittelproduktion zählen aber auch Faktoren wie Transport, Lagerung, Kühlung, Weiterverarbeitung, Wasserverbrauch und die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet wurde und je weiter es transportiert wurde, desto höher fällt in der Regel sein ökologischer Fußabdruck aus. Um Emissionen einzusparen, empfiehlt es sich deshalb möglichst regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Dies fördert außerdem die regionale Landwirtschaft, spart Verpackungsmaterial und ist häufig günstiger.
Um nachhaltige Nahrungsmittel zu erkennen, gibt es aktuell europaweit noch keine einheitliche Kennzeichnung. Das von französischen Forschenden entwickelte Label „Planet Score“ könnte diese Funktion zukünftig übernehmen.
Die Ernährungswende ist ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes. Eine nachhaltige Ernährung trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern schützt auch Böden, Gewässer und die biologische Vielfalt.
Alle können und sollten einen Beitrag leisten, aktuelle Essgewohnheiten hinterfragen und sie an eine klimafreundlichere Ernährungsweise anpassen.
Quellen und Links
https://www.planet-score.org/





